Sportverletzungen: Schulterluxation

Meist luxiert das Schultergelenk durch einen Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm, zum Beispiel im Rahmen von Sportarten wie Handball, Judo, Volleyball oder eben BasketballJährlich kommt es in Deutschland zu über 3 Millionen Schulterluxationen (Ausrenkungen oder Auskugelung), womit diese Verletzung die häufigste Luxation des Menschen überhaupt ist und auch zu den am meisten beobachteten Sportverletzungen zählt. Zumeist kommt es durch einen Sturz auf den nach hinten ausgestreckten Arm zu einem direkten Schmerz. Die Luxation kann man dann auch direkt an der Schulter erkennen, wenn der Oberarmkopf nicht mehr regelgerecht in seiner Normalposition steht. Zu den Sportarten, in denen die meisten Schulterausrenkungen passieren, gehören Handball, Judo, Kampfsport im Allgemeinen, Basketball, Volleyball und Wintersportarten, in denen man schnell mal hinfallen kann, wie das Ski- oder Snowboardfahren.

Von Natur aus anfällig für Luxationen

Auf Grund des großen Oberarmkopfes und der dazu relativ zu kleinen Pfannen (Größenverhältnis 3:1) kommt es in diesem Gelenk leicht zu Luxationen, da die Fixierung des Oberarmkopfes nur durch eine Muskelsehnenhaube (die Rotatorenmanschettte, also Musculus supraspinatus, M. infraspinatus, M. teres minor und M. subscapularis) und den stabilisierenden Bandapparat erfolgt. Eine geringe Pfannenvergrößerung erfolgt noch durch eine knorpelige Gelenklippe (Labrum glenoidale). Es fehlt also eine knöcherne Führung, wodurch das Schultergelenk zwar das beweglichste aber auch gleichzeitig das anfälligste Gelenk des Körpers ist für Luxationen.

Nur ein Verband oder gleich eine Schulter-OP?

Eine ausgekugelte Schulter bereitet starke Schmerzen und bedarf einer umfassenden Therapie mit anschließender Physiotherapie zur Kräftigung der MuskulaturMeist luxiert der Oberarmknochen bei der Ausrenkung nach vorne und steht dann unterhalb seiner normalen Position. Bei der Therapie einer solchen Schulterluxation sind mögliche Begleitverletzungen zu beachten, weshalb das Gelenk vor einer Reposition, also einer ruckartigen Rückverlagerung des Oberarmkopfes in sein normales Gelenkbett, immer nochmal geröntgt werden sollte. Besteht weder ein Abriss (sogenannte Bankart-Läsion) des Labrum glenoidale (Gelenklippe), kein knöcherner Ausriss am Oberarmknochen (sogenannte Hill-Sachs-Läsion) oder Verletzungen von Gefäß- oder Nervenbahnen am Arm, ist eine konservative Therapie durch die Ruhigstellung des Gelenks in einem Verband (meist ein sogenannter Gilchrist-Verband) für ein bis zwei Wochen das Mittel der 1. Wahl. Sind aber Begleitverletzungen bekannt oder kommt es immer wieder zu lästigen Luxationen bei diversen Bewegungen, hilft nur eine Operation weiter. Die beiden Methoden gleiche Nachbehandlung beinhaltet in jedem Fall eine anschließende Physiotherapie zur Stärkung der schulterstabilisierenden Muskulatur durch Kraftübungen, wodurch das Schultergelenk nach und nach wieder mehr belastet werden darf. Mit einem vollumfänglichen Einsatz der Schuler ist nach 8 bis 12 Wochen wieder zu rechnen. Bis dahin gilt eine strikte Sportkarenz.

Leider liegt die Rate der sich wiederholenden Schulterluxationen trotzdem relativ hoch und kommt bei fast zwei Dritteln aller Patienten insbesondere beim Sport vor.

 

Bilder: hin255 & samarttiw / FreeDigitalPhotos.net

1 Kommentar

    • Franky on 21. März 2014 at 17:27
    • Antworten

    hab ich mir vor einem halben jahr beim bball geholt. blöde verletzung, weil auch immer die gefahr besteht, dass die schulter nochmal auskugelt. aber guter bericht btw 😉

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