Fit werden für den Sommer: Kontrollieren, aber auch „fallen“ lassen

Mit den steigenden Temperaturen steigt an sonnigen Tagen bei vielen auch wieder die Lust auf einen entspannten Grillabend mit Freunden.Das Szenario kennen mittlerweile die meisten von uns: Der Frühling kommt so langsam zur vollen Entfaltung und die ersten Sommerzeichen kündigen die für viele schönste Zeit des Jahres an. Die Sonne genießen – am Strand, im Park, auf dem Balkon; Sommerklamotten einkaufen; Eis essen gehen; Abendessen auf der Terrasse, sündhaft gute Barbecues und rauschhafte Partys im Freien: la dolce vita. All dies steht nun an und lockt unwiderstehlich, wären da bloß nicht die Gedanken an die eigene Figur, die Kilos, die Muskelmasse, die eigene Fitness. Für viele beginnt damit ein Balanceakt zwischen Selbstkontrolle und Training auf der einen sowie Lustempfinden und Ausgelassenheit auf der anderen Seite. Unser Tipp: Seien Sie nicht so streng mit sich selbst.

Fitness und Kontrolle

Alle, die regelmäßig trainieren, dabei gewisse Ziele verfolgen und diese erreichen, wissen, dass Training eine Menge mit dem Thema Kontrolle zu tun hat. Wie oft quälen wir uns trotz eines starken Erschöpft-Seins doch noch aus dem Bett oder aus dem Haus, nur um eine Trainingseinheit absolvieren zu können, die unser Trainingsplan vorsieht? Wie oft verzichten wir auf das Gläschen Wein, das eine Bier oder das saftige Steak, nur um unseren Diätplan einzuhalten? Und wie oft verabschieden wir uns widerwillig viel zu früh von einer Party, bloß, um am nächsten Morgen wieder pünktlich im Gym auf der Matte zu stehen? Wir reden uns dann ein, dass wir im Endeffekt das Richtige tun und dass man eben »Opfer« bringen müsse, wenn man etwas erreichen wolle. Aber was wollen wir da eigentlich erreichen?

Den meisten von uns Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportlern geht es beim Sport nicht um den Wettkampf – oder doch zumindest nicht um Siege. Wir sind keine Profisportler, und dennoch trainieren wir ähnlich hart und viel wie diese. Aber es geht uns dann wiederum auch nur begrenzt um »Spaß« und »Gesundheit«, denn anderenfalls könnten wir auch viel weniger tun; könnten Trainingspläne auch mal etwas lockerer lesen und würden anstelle von Fitnessstudios, in denen wir zumeist einsam unser Eisen stemmen oder die Powerbänder strapazieren, das Teamerlebnis beim Sport suchen bzw. die Freude an der Bewegung. Worum geht es uns also dann?

Es geht uns wohl vor allem um unseren Körper und darum, diesen, und somit uns selbst, zu kontrollieren und als handlungsfähig zu erleben. Wenn die Welt um uns herum immer weniger »greifbar« und kontrollierbar wird, dann bleiben eben nur noch wir selbst als Kontrollobjekte und -subjekte übrig.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Ein Trainer oder ein Trainingsplan hilft einem dabei den Trainingsfortschritt zu kontrollieren und motiviert so bei möglichen Durststrecken.Aber Selbstkontrolle ist nicht alles. Klar, um ein gewisses Fitnesslevel zu erreichen und es zu halten, benötigen wir Daten über uns selbst. So ist es für Sportlerinnen und Sportler beispielsweise nie verkehrt, eine gute Waage zu haben (beispielsweise eine Körperanalysewaage von Medisana), die einem immer einen zuverlässigen Gewichtswert, Muskelmasse und Körperfettanteil anzeigt. Und es ist sicherlich auch gut, seinen Trainingsfortschritt mal mit einem Trainingstagebuch oder einer entsprechenden App zu überprüfen. Aber wir sollten eines dabei nicht  vergessen: Uns selbst. Denn Kontrollinstrumente wie Trainingstagebücher, Apps oder Waagen können uns unter Umständen natürlich auch abhängig machen, indem wir uns nur noch dann wohlfühlen, wenn wir das selbstauferlegte Pensum bewältigt haben und nicht, wenn unser Körper es eigentlich nötig hat bzw., wenn wir es eigentlich am meisten möchten. Wir sollten also die technischen Instrumente und unsere Trainingspläne als Hilfen begreifen, die uns unterstützen; mehr nicht. Wir sollten lernen, auf unsere Bedürfnisse zu vertrauen, wenn wir uns selbst ernstnehmen wollen. Schließlich wissen wir ja auch aus allen anderen Lebensbereichen, dass Selbstkontrolle zwar gut und notwendig, aber in letzter Instanz doch eher das Selbstvertrauen entscheidend ist. Und in sich selbst zu vertrauen heißt eben auch, manchmal die Kontrolle aufzugeben und sich in sich selbst fallen zu lassen – man lernt es nicht, wenn man es nicht tut.

Bilder: pixabay.com

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