Beckenbodentraining – Die natürliche Antwort auf Blasenschwäche

Blasenschwäche bzw. Harninkontinenz betrifft eine Vielzahl von Menschen in Deutschland und ist nicht nur ein Problem der älteren Bevölkerung. Die Ursachen können vielfältig sein: Schwangerschaft und Geburt, eine Operation, ein Unfall oder Nervenkrankheiten wie Multiple Sklerose. Der häufigste Grund für Harninkontinenz in Deutschland ist allerdings eine schwache Beckenbodenmuskulatur.

Nicht nur ein Problem der älteren Gesellschaft

Bei Blasenschwäche kann Beckenbodentraining schnellen Erfolg bringen.Dieses muskuläre Defizit kann Frauen und Männer gleichermaßen betreffen. Dabei ist die Muskulatur im Bereich des Beckenbodens zumeist einfach nur unzureichend trainiert und kann ihre eigentliche Aufgabe dadurch nicht mehr ausreichend ausüben. Bindegewebsschwäche nach größeren Gewichtsschwankungen (beispielsweise im Rahmen einer Schwangerschaft) oder durch das Alter bedingt tragen ihren Teil zum Gesamtproblem bei. Bei Männern kommen mit steigendem Lebensalter zumeist noch Probleme mit der Prostata hinzu.

In vielen Fällen tritt das Problem schleichend auf und wird dann oft als extrem unangenehm empfunden. Man kann den Harndrang nicht mehr willkürlich halten. Betroffene suchen in immer kürzeren Zeitabständen eine Toilette auf. Bei körperlicher Anstrengung oder einem herzhaften Lachen kann sich die eigene Hose schnell wie ein nasser Teebeutel anfühlen.

Wichtig ist in jedem Fall, dass man das Problem erkennt. Man steht mit der zunehmenden Harninkontinenz nicht alleine da. Das zeigen Studien, nach denen sich immer mehr auch die Industrie richtet und ihr Angebot auf das entsprechende Klientel ausrichtet. Ein Gang zum Arzt kann der erste Schritt auf dem Weg der Besserung sein.

Regelmäßige Übungen gegen Blasenschwäche

Sowohl im Einzelhandel, als auch in Online-Shops bekommt man schnell und unkompliziert entsprechende Einlagen oder spezielle Unterwäsche, die den Urin auffangen kann. Vor allem aber eine grundlegende Therapie kann das Problem an der Wurzel packen.

Fitnessübungen stärken die Beckenbodenmuskulatur.Entgegen der landläufigen Meinung sind Medikamente in den meisten Fällen nur das Mittel der zweiten oder dritten Wahl. Stattdessen können viele Betroffene die Harninkontinenz am ehesten durch den Gang ins Fitnessstudio bekämpfen. Physiotherapeuten und Fitnessfachleute haben sich längst auf diese Patienten eingestellt und geben Kurse und praktischen Anleitungen, wie man die Beckenbodenmuskulatur nachhaltig stärkt.

Am Anfang klingt es für manche vielleicht etwas ungewohnt, weil gerade Sport mit Blasenschwaeche von diesen Patienten gemieden wird. Dabei können die richtigen Übungen innerhalb von wenigen Wochen schon Erfolg bringen. Wichtig ist vor allem eine vernüftige Anleitung und das regelmäßige Training. Wer Freunde mit ähnlichen Problemen hat, kann das Training auch gemeinsam angehen, um sich gegenseitig zu motivieren.

Ein Gang zum Arzt bringt Besserung

Egal in welchem Alter und mit welcher Ursache Harninkontinenz und Blasenschwäche auftritt, wichtig ist, dass man damit offen umgeht und die Problematik mit dem Hausarzt bespricht. Im Alter bekommen zwar immer mehr Menschen dieses Problem, weil ihr Bindegewebe und die Muskulatur schwächer wird, akzeptieren muss man diesen Umstand aber noch lange nicht.

Wenn regelmäßiges Blasen- und Beckenbodentraining auch nicht den erwünschten Erfolg bringt, gibt es immer noch die Möglichkeit durch bestimmte Medikamente auf das Problem einzuwirken. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es auf den Grund für die Harninkontinenz ankommt. Denn Beckenbodenschwäche lässt sich medikamentös nicht wie eine vergrößerte Prostata therapieren. Und auch neurologische Ursachen sollten entsprechend anders bekämpft werden. Ist der Leidensweg auch mit Medikamenten noch nicht am Ende, kann manchmal auch eine Operation die Harninkontinenz in den Griff bekommen. Wie immer, ist das allerdings die äußerste Option und wird nur in wenigen Fällen benötigt.

Bilder: pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.